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Inhalt der Ausgabe 03/2005
Grundwassersanierung
Untersuchung natürlicher Abbaupotenziale für altlastbedingte Belastungen in Fließgewässern
Zur Sicherung eines ausreichenden Grundwasser-Flurabstandes war in Siedlungsgebieten der Stadt Bitterfeld nach dem Hochwasser vom August 2002 die Hebung belasteten Grundwassers und dessen Einleitung in Oberflächengewässer erforderlich. Anhand chemisch-analytischer, mikrobiologischer und isotopenanalytischer
Untersuchungen wurde das hohe natürliche Abbaupotenzial eines betroffenen Fließgewässers für die eingeleiteten Schadstoffe Monochlorbenzen und Dichlorethen nachgewiesen.
Neue Wege bei der Eliminierung von MTBE aus Grundwasser
Methyl-tertiär-butylether (MTBE) ist ein Benzinadditiv, welches in zunehmendem Maße als Kontamination in Grund- und Oberflächenwässern gefunden wird. Herkömmliche biologische und physikalische Sanierungsverfahren sind aufgrund der spezifischen Eigenschaften von MTBE wenig effektiv bzw. kostenintensiv. Im Zuge der Suche nach Alternativen wurde die Hydrolyse von MTBE mit Polymerharzen und Zeolithen als potenziellen Katalysatoren untersucht.
Monitoring
Der Einsatz von GASSYS (Gassammelsystem) zur Bodenluft- und Grundwasserüberwachung am Beispiel eines Feldversuches am Standort Schwarze Pumpe
Im Rahmen eines Feldversuches zur In-Situ-Alkoholwäsche am Standort Schwarze Pumpe wurden neben anderen Überwachungselementen mehrere Einheiten des passiven auf der Diffusionstechnik mit Kunststoffmembranen beruhenden Gasbeprobungssystems GASSYS (gas sampling system) erfolgreich zur horizontierten Bodengas- und Grundwasser-Überwachung eingesetzt. Dieses System erlaubt die direkte Gewinnung von realen Bodengasproben (d.h. ohne Adsorber) aus der ungesättigten Bodenzone und von Relativwerten im gesättigten Untergrundbereich. Im Rahmen weiterführender Untersuchungen am Grundwasser Zentrum Dresden zeigte sich auch die prinzipielle Eignung des Systems zur Realwerterfassung.
In situ Sanierung
In situ Mikrokosmenuntersuchungen mit 13C-markiertem Benzol und Toluol zum Nachweis des natürlichen biologischen Abbaus im Grundwasser und zur molekularbiologischen Analyse der abbauaktiven Mikroflora
Der Artikel gibt einleitend einen kurzen Überblick über die Kontaminationssituation im Grundwasser des ehemalige Zechen- und Kokereistandort Gneisenau 1/2/3/4. Im ersten und zweiten Grundwasserstockwerk erfolgt ein anaerober Abbau der prioritären Schadstoffe BTEX unter sulfatreduzierenden Bedingungen. Durch den Einsatz von in situ Mikrokosmen, welche mit 13C-markiertem Benzol und Toluol beladen waren, konnte der Schadstoffabbau über den Einbau von markiertem Kohlenstoff in Biomoleküle (Fettsäuren) des gewachsenen Biofilms eindeutig erfasst und direkt nachgewiesen werden. Parallel zu den Isotopenuntersuchungen wurde die gebildete Biomasse mit Hilfe molekularbiologischer Methoden (PCR-SSCP) kultivierungsunabhängig untersucht. So konnten sulfatreduzierende Gemeinschaften aus unterschiedlichen Mikroorganismen als Hauptbestandteile des abbauaktiven Biofilms nachgewiesen werden.
Monetäre Bewertung ökologischer Lasten auf Grundstücken und deren Einbeziehung in die Verkehrswertermittlung Grundlagen einer Handlungsempfehlung
Die Ausgestaltung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Sachverständigen verschiedener Fachbereiche zur Präzisierung einer guten fachlichen Praxis bei der Verkehrswertermittlung von Grundstücken mit ökologischen Lasten ist seit mehr als 3 Jahren Gegenstand der ITVA - Arbeitsgruppe Wertermittlung. Die wesentlichen Arbeitsergebnisse werden demnächst auch Teil offizieller Handlungsempfehlungen (u. a. des ITVA) sein, die sich sowohl an Sachverständige für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken als auch an die Sachverständigen aus dem Umweltfachbereich richten. Der Beitrag gibt vorab einen Überblick über den erreichten Konsens, welcher als methodischer Rahmen für künftige praktische Bewertungstätigkeit angesehen werden kann.
Verkehrswertermittlung
Probleme und Lösungsansätze bei der Durchführung flächendeckender Erhebungen über Altstandorte und Altablagerungen
Die Ergebnisse flächendeckender Erhebungen über Altstandorte und Altablagerungen schaffen mehr Planungs- und Rechtssicherheit für Bürger und politische Entscheidungsträger und ganz besonders für die Verwaltung in den unterschiedlichsten Interessenbereichen, wie z. B. bei Bauleitplanungen, Baugenehmigungen, beim Grundstücksverkehr und bei anderen Auskünften. Problematisch im Hinblick auf die praktische Durchführung der Erhebung sind insbesondere Änderungen von Straßennamen, die Auswahl der zu erhebenden Altstandort- und Altablagerungskategorien sowie die Identifizierung von Wohnadressen. Die Ergebnisse flächendeckender Erhebungen werden in Form eines Informationssystems aufbereitet, das in den meisten Fällen aus einer ACCESS-Datenbank sowie einer in ArcView angelegten graphischen Darstellung der erfassten Flächen besteht.
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