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Inhalt der Ausgabe 05/2011

EDITORIAL

IED – Bürokratisches Monster oder ehrlicher Einstieg in die Neulastenvermeidung?

INHALT

Inhaltsverzeichnis / Impressum

Eluate

Vergleich von Übereinstimmungstests mit Säulen- und Schüttelverfahren am Beispiel PAK- und MKW-belasteter Böden

Im Zusammenhang mit der Novellierung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung ist vorgesehen, für die Gefahrenbeurteilung des Wirkungspfades Boden-Grundwasser zwei Laborverfahren zur Quellstärkebestimmung zuzulassen. Dabei handelt es sich um den Übereinstimmungstest mit Hilfe des Säulenperkolationsverfahrens nach DIN 19528 und um das Schüttelverfahren mit einem Wasser-/Feststoff-Verhältnis (W/F) von 2 l/kg nach E DIN 19527 für organische Schadstoffe. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse des Vergleichs beider Verfahren am Beispiel unterschiedlicher Bodenarten, die mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Mineralölkohlenwasserstoffen kontaminiert sind, vorgestellt.

It is intended to introduce two new laboratory leaching procedures aimed at the determination of source term for the assessment contaminant transfer on the soil-groundwater pathway in the framework of the amendment of the German Ordinance on Soil Protection. The procedures comprise a compliance test based on the column percolation method following DIN 19528 and a batch test procedure at a liquid to solid ratio of 2 l/kg for the examination of organic contaminants (E DIN 19527). A comparison of both procedures is presented using the example of different soil types contaminated with PAH and TPH.

Natural attenuation

Natural attenuation am Chlorethen-Standort Frankenthal: Bedeutung des sequentiell anaerob-aeroben Bio-Abbaus

Am Chlorethen-kontaminierten Standort Frankenthal wurden verschiedene Methoden zur Beurteilung des mikrobiologischen Abbaus angewandt (multiple lines of evidence approach). Die übereinstimmenden Ergebnisse von Schadstoffverteilung und Hydrochemie, PCR- und MPN-Untersuchungen sowie Abbauversuchen in Mikrokosmen ermöglichten die Identifizierung der für die Schadstoff-Elimination verantwortlichen Abbauprozesse: Es findet ein sequentiell anaerob-aerober Abbau statt mit anaerob-reduktiver Umsetzung von Perchlorethen und Trichlorethen zu hauptsächlich cis-1,2-Dichlorethen (cDCE) sowie in geringem Umfang Vinylchlorid (VC) und anschließender aerob-oxidativer Mineralisierung von cDCE und VC. Die einzelnen Abbauschritte führen zu einer signifikanten Kohlenstoff-Isotopenfraktionierung, was die Quantifizierung des biologischen Abbaus im Feld ermöglicht. Der aerobe cDCE-Abbau hat am Standort Frankenthal große Bedeutung für die Schadstoff-Elimination und kann generell den „Flaschenhals“ der reduktiven Dechlorierung – die häufig beobachtete Stagnation bei cDCE – überwinden helfen.

A multiple lines of evidence approach was developed and applied in order to identify the predominating biodegradation processes at the chloroethenecontaminated Frankenthal site. The assessment of pollutant distribution and hydrochemical site conditions, PCR- and MPN-investigations and degradation studies in microcosms delivered corresponding results and led to a site-specific degradation scheme with sequential anaerobic-aerobic biodegradation: Perchloroethene and trichloroethene are reductively dechlorinated to mainly cis-1,2-dichloroethene (cDCE). Further reductive dechlorination to vinyl chloride (VC) is restricted to a distinct strongly anaerobic zone in the plume. The metabolites of anaerobic degradation cDCE and VC are subsequently aerobically mineralized. All relevant degradation processes led to significant stable carbon isotope fractionation enabling quantification of biodegradation in the field. The aerobic degradation processes play a major role for pollutant removal at the Frankenthal site. The “bottleneck” of reductive dechlorination – the often observed stall of degradation at cDCE – can be overcome by aerobic mineralization of cDCE.

Deponiesanierung

Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie Scheffau bei Scheidegg

Die Sanierung einer ehemaligen Bürgermeisterkippe im Allgäu nahe der österreichischen Grenze und nahe der Gemeinde Scheffau in einem steilen und abgelegenen Waldstück auf einem ehemaligen Rutschhang wird beschrieben. Die rechtlichen Vorgaben für dieses Projekt waren zum einen im Bodenschutzrecht (Erosionsschutz) zum anderen im Wasserrecht zentral verankert. Auf Grund der exponierten Lage in einem Wald- und Erholungsgebiet waren in der Projektumsetzung naturschutzrechtliche Auflagen zu berücksichtigen und erfüllen. Daher war das zur Verfügung stehende Zeitfenster zum Schutze des im Sommer lebendgebärenden streng geschützten Alpensalamanders sehr eng gefasst. Die steile Hanglage des Geländes machte eine Sanierung mit konventionellen Methoden und Gerätschaften im vorliegenden Falle unmöglich. Daher wurde eine für Erdbewegungen modifizierte Seilbahntechnik verwendet, wie sie in dieser Region bei Wald- und Holzarbeiten üblich ist. Die abfallrechtlichen Besonderheiten der Sanierung eines heterogenen, mit Waldboden vermengten Hausmüllgemenges und die damit verbundene Herausforderung einer fachgerechten und kostengesicherten Entsorgung resultierten in einer funktionalen Ausschreibung nach VOB A/C. Die Vergabeempfehlungen des Gutachters einer landesweiten öffentlichen Ausschreibung wurden von einem unterlegenen Bieter angefochten und in der zuständigen VOB-Prüfstelle nochmals rechtlich geprüft. Die Besonderheiten dieser Nachprüfung werden beschrieben.

The article describes the reorganization of an older landfill site in a steep slope area in the Bavarian Alps area close to Scheidegg village. Remediation of this landfill site was performed on a hillside location characterized by high slope erosion rates and slipping risks. According to German Soil and Water Remediation Act the reconversion of the landfill site had to be realized in a very short time limit due to nature conversation conditions of the local authorities. For remediation of waste and instable rocks specific cable railway and earthwork techniques were utilized. The project realization was based on local waste separation processes at the project site and the combination of a just in time transport logistics to the waste reprocessing facility. The article describes the technical conversion, the tender process and subdivides the resulted costs of the project.

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