| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1864-8371.2009.04 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1864-8371 |
| Ausgabe / Jahr: | 4 / 2009 |
| Veröffentlicht: | 2009-08-12 |
Nachdem 1999 das neue Bundes-Bodenschutzgesetz und seine zugehrige Verordnung in Kraft traten, wurde schnell erkannt, dass Forschungs- und Normungsbedarf hinsichtlich der Methoden und Bewertungsverfahren bestand. Im BMBF-Frderschwerpunkt Sickerwasserprognose wurden dann neben Verfahren zur Bestimmung des Freisetzungsverhaltens von Schadstoffen aus Ersatzbaustoffen auch Programme zur Transportprognose entwickelt. Die im Rahmen des Themenkomplexes Transportprognose entwickelten Programme wurden in einem Programmvergleich hinsichtlich ihrer Genauigkeit und Praktikabilitt bewertet. Dessen Ergebnisse wurden in Teil 1 des Artikels vorgestellt. Festzustellen war, dass nur wenige Programme auch tatschlich die in der BBodSchV geforderten Anforderungen an die Durchfhrung von Sickerwasserprognosen erfllen. Zudem ist nur ein sehr geringer Teil der Programme im Vollzug auch verbreitet. Dies sind u. a. ALTEX-1D und SIWAPRO DSS. Diese beiden Programme unterscheiden sich in ihren Grundlagen und sollen hier im Teil 2 des Artikels mit einander verglichen werden. Schwerpunkt der Betrachtungen sind dabei die Auswirkungen der ALTEX-1D zu Grunde liegenden Idealisierungen und getroffenen Annahmen im Vergleich zu einer umfassenden Widerspiegelung der Strmungs- und Transportprozesse in der ungesttigten Zone (Programm SIWAPRO DSS). Dabei wird gezeigt, dass Vereinfachungen nur solange zulssig sind, wie der betrachtete Stoff bzw. das Stoffgemisch keinem Abbau bzw. sonstigen zustandsabhngigen Umsetzungsreaktionen unterliegt.
The new German soil regulation led in 1999 to an establishment of a large BMBF-Project Sickerwasserprognose (= leachate prognosis). The project was focused on the development of source functions and also on the development and improvement of modeling tools for computer based leachate prognosis. The developed models were compared with respect to the usability and accuracy within a comparative study. The results were discussed in part 1 of this paper. It was shown that only a few of these computer models meet the requirements of the official regulations. Also only few models are currently available. Such models are ALTEX-1D and SIWAPRO DSS. In the following part 2 of this paper we will discuss the differences between these two model tools. The paper is focused on the influences of simplification. It is shown that if the contaminant is degradable, one also has to take into account the transient ground water recharge. Simplifications should only be made if the contaminant is not degradable and subjected to high sorption.
Auf Wurfscheibenschieanlagen kommt es insbesondere durch abgegebenes Bleischrot zu Schadstoffeintrgen (wesentlich Blei, Antimon und Arsen) auf bzw. in den Boden. Besonders auf Altanlagen respektive ehemaligen Schieanlagen unterliegen die Bleischrote zum Teil schon seit Jahrzehnten den auf und im Boden ablaufenden Verwitterungs- und Stoffumsetzungsprozessen. An einem Bleischrot belastetem Waldboden einer 1986 geschlossenen Wurfscheibenschieanlage wurde die Langzeitbestndigkeit metallischer Bleischrotverbindungen unter Witterungseinflssen sowie das Umweltverhalten einschlielich der kotoxikologischen Relevanz einer Boden-Bleischrotbelastung untersucht.
Clay target shooting (Trap and Skeet) leads to a pollutant emission of lead, arsenic and antimony into and onto the soil derived from the lead shot. Especially in soil of former shooting ranges, the lead shot is exposed alteration and material corrosion due to weathering processes e.g. since decades. Lead shot-polluted forest soil of a former shooting range (operated until 1986) was investigated with respect to long-term stability of metallic lead shot compounds under atmospheric conditions and their environmental behaviour. In addition, toxicity bioassays have been carried out to estimate potential adverse environmental impacts and the ecological relevance in general.
Zur Beurteilung von Grundwasserbelastungen wird eine mglichst genaue Kenntnis des Schadstoffinventars und der rumlichen Schadstoffverteilung von allen Beteiligten angestrebt. Entsprechende Untersuchungsmethoden werden neu- oder fortentwickelt; u. a. Direct-Push-Techniken, Porenwasserbeprobungen u.v.a.m. Neben der mglichst ungestrten Beprobung des zu bewertenden Umweltmediums, werden im Sinne einer gleitenden Projektierung zunehmend erhhte Anforderungen an eine aussagekrftige vor-Ort-Analytik gestellt. Um diesen Aufgabenbereich qualitativ hochwertig und wirtschaftlich abzudecken, hat die Firma BLM Geotest GmbH ein Verfahren zur Teufengerechten Wasserprobenahme mittels variabler Tiefenrammpegel (TVTRTM) entwickelt.
Am 24. Februar 1999 wurde der Generalvertrag ber die abschlieende Finanzierung der Sanierung von kologischen Altlasten in Thringen zwischen dem Freistaat Thringen und der Bundesanstalt fr vereinigungsbedingte Sonderaufgaben unterzeichnet. Durch den Vertragsabschluss war der Freistaat Thringen als erstes der neuen Bundeslnder in der Lage, ohne Abstimmung mit dem Bund Entscheidungen zu kostenrelevanten Sanierungsmanahmen zu treffen. Inzwischen sind 10 Jahre vergangen. In diesem Zeitraum wurden auch in anderen Bundeslndern hnliche Vertrge abgeschlossen. Anlsslich des 10-jhrigen Bestehens des Generalvertrages fr Thringen fhrte das Thringer Ministerium fr Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt am 18. und 19. Juni 2009 in Erfurt eine Festveranstaltung durch.
Gesunde Bden sind fr den Anbau gesunder Nahrungsmittel entscheidend. Zudem haben sie eine groe Bedeutung fr den Klimaschutz und sind unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen. Die Bden Europas sind durch Stofftransporte in gasfrmiger, flssiger und fester Form in vielfacher Weise verzahnt. Durch den Menschen verursachte schdliche Bodenvernderungen stoppen nicht an nationalstaatlichen Grenzen. Dazu gehren Vernderungen wie Erosion, Hochwasser mit berflutung und Bodensedimentation sowie Vernderungen durch den Eintrag von Gefahrstoffen als Feststoffe, Gase und Flssigkeiten. Aus diesem Grund wird in der Europischen Union eine europaweite Notwendigkeit zum einheitlichen Schutz des Bodens gesehen. Das zeigt der bereits im September 2006 vorgelegte Vorschlag fr eine europische Bodenrahmenrichtlinie.
Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Erreichung bestimmter Bewirtschaftungsziele fr alle Gewsserkrper. Bei den Grundwasserkrpern ist ein guter Zustand anzustreben, der bis zum 22.12.2015 zu erreichen ist. Der gute Zustand des Grundwassers setzt sich aus einem guten chemischen Zustand und einem guten mengenmigen Zustand zusammen. Ferner ist die Umkehr von signifikanten, anthropogen verursachten Trends steigender Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser herbeizufhren (Trendumkehr), Verschlechterungen des Grundwasserzustandes sind zu vermeiden (Verschlechterungsverbot). Unter bestimmten Bedingungen sind die Mitgliedstaaten befugt, fr besonders betroffene Grundwasserkrper (GWK) die Frist zum Erreichen des guten Zustandes hinauszuschieben oder dauerhaft weniger strenge Bewirtschaftungsziele festzulegen. Fr den Grundwasserschutz wird die EU-WRRL durch die EG-Richtlinie 2006/118/EG zum Schutz des Grundwassers vor Verschmutzung und Verschlechterung (GWRL) untersetzt.
Am 24. und 25. Mrz 2009 fand im Geozentrum in Hannover eine gemeinsame Fachtagung mit dem Landesamt fr Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zum Thema Altlasten, Rstungsaltlasten, Havarie- Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Umwelt statt. Initiatoren und Organisatoren der Tagung waren Dr. Larm (LBEG), Dr. Arthen-Engeland (Bruker Daltonik), Dr. Flachowsky und Dr. Baermann (Dr. Baermann & Partner). Ziel der Veranstaltung war, ber neue innovative Erkundungs- und Beprobungsverfahren sowie ber die Gefahrenforschung bei Rstungsaltlasten und den Umgang und die Beseitigung von Kampfstoffen zu informieren. Im Vordergrund stand dabei die Frderung des Erfahrungsaustausches zwischen den betroffenen Grundstckseigentmern, Behrdenmitarbeitern, Feuerwehren, Ingenieurbros und Fachfirmen auf diesem Gebiet.
Am 15. und 16. Juni diesen Jahres fanden die 12. Dresdner Grundwasserforschungstage im Plenarsaal des Dresdner Rathauses statt. Thematisch standen bei diesen Forschungstagen aktuelle Probleme und ihre Lsungsanstze zur umweltvertrglichen Ablagerung von Feststoffen und der Feststoffverfllung von Abgrabungen im Mittelpunkt. Mit 160 Teilnehmern waren auf der Tagung besonders Fachleute aus behrdlicher und unternehmerischer Seite, die an der Nachsorge, Sanierung, berwachung und dem Schutz des Grundwassers forschend und applikativ ttig sind, zu verzeichnen.
Das Terra-, Aqua- und Sanierungskompetenzzentrum Leipzig (TASK) frdert die effiziente Verwertung von Forschungs- und Entwicklungsprodukten aus dem Bereich Boden, Grundwasser und Flchenrevitalisierung. Im Rahmen des 1. TASK-Symposiums wurden am 23. und 24. Juni 2009 im Leipziger Volkspalast die neusten Entwicklungen zum Thema Chancen fr Technologieverwertung und Vermarktungskonzepte von Forschungsprodukten behandelt.
Unter dem Leitthema Bodenschutz und Klimawandel veranstaltete das Boden-Bndnis europischer Stdte, Kreise und Gemeinde (ELSA) am 7. und 8. Mai 2009 in Wuppertal gemeinsam mit dem Ministerium fr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Wuppertal Institut fr Klima, Umwelt, Energie und der Stadt Wuppertal seine 8. internationale Jahrestagung.
+++ Sanierung der Rhenania-Halde in Stolberg-Atsch beginnt +++ Rckbau und Entwicklung des alten Stuttgarter Messegelndes im Zeitplan +++ Thermisches Recyclingverfahren fr Straenausbaustoffe erfolgreich beim Umwelttechnikpreis Baden-Wrttemberg +++ Norm-Entwurfs-Portal +++ Neue Ideen fr alte Flchen Marketing ist mehr als eine Werbebotschaft bei der Flchenrevitalisierung +++ Zertifikats-Studiengang fr die Kreislaufwirtschaft berufsbegleitend und internetbasiert +++ Umweltmanagement Praxisnaher Fernstudienkurs an der Universitt in Koblenz +++ Bauhaus-Universitt Weimar Studiengnge Wasser und Umwelt 2009/10 +++ Ausscheiden von Prof. Troge als Prsident des Umweltbundesamtes +++ Neue Abteilungsleiterin in der BAM +++ Neuer Vorstand der Deutschen Umweltstiftung +++
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